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Die Online-Fitness-Falle

In letzter Zeit schießen immer mehr Online-Trainingsprogramme aus dem Boden. Aus gutem Grund: damit lässt sich richtig viel Geld verdienen – meist aber auf Kosten der Abonnenten und ihrer Gesundheit.

Sicher seid Ihr auch schon im Netz oder im Fernsehen auf die Programme diverser Promis gestoßen. Maria Höfl-Riesch, Daniel Amanati, Arthur Abraham oder Sophia Thiel präsentieren da ihre gestählten Körper. Eines sollte aus deren Lebenslauf aber eigentlich bekannt sein: diese Bodys haben sie nicht durch die angepriesenen 12-Wochen-Prgramme bekommen…

Besonders heikel an diesen Programmen ist, dass sie alle Produkte einer großen Geldmaschinerie sind: der ProSieben-Sat1-Gruppe. Gleiche Website, gleiches Impressum, gleiches Programm – Kosten oder Dauer unterscheiden sich kaum. Das macht diese Konzepte nicht gerade vertrauenserweckend. Es ist fraglich, ob  die Promis überhaupt an „ihren“ Konzepten mitgewirkt haben.

Wie aber erkennt man ein gutes Fitness-Programm?

Als erstes sollte man sich anschauen, wer hinter dem Konzept steht. Wer hat es entwickelt? Welche Kompetenzen hat derjenige? Umfangreiche Ausbildungen im Fitness- und Ernährungsbereich (bei verifizierten und qualitativen Ausbildungsinstituten) sollten ganz klar vorausgesetzt werden. Seriöse Trainer nennen dies auf ihrer Website oder erklären es gerne auf Anfrage. Du kannst zu ihnen selbst Kontakt aufnehmen, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer findest du auf der Website. Bei den oben genannten Online-Programmen findet man keine Informationen zum Hintergrund des Konzepts.

Zweiter wichtiger Punkt: Für wen ist das Programm überhaupt gemacht – und für wen ist es geeignet? All diese Konzepte richten sich an jedermann. „Auch du kannst es schaffen!“ „Jeder kann teilnehmen.“ Das halte ich für gefährlich. Jede Person braucht ein angepasstes Training. In Gruppenkursen sollte zumindest die Zielgruppe übereinstimmen. Ist es ein Kurs für Anfänger oder Fortgeschrittene? Für Mütter, für Senioren, für Menschen mit Einschränkung? Dementsprechend ist auf die Übungswahl zu achten.

Bei den Onlineprogrammen entsteht hier eine große Diskrepanz: es wird suggeriert, dass es sich um ein individuelles Training handelt, aber eigentlich gibt es keinerlei Einschränkung oder Zuordnung. Die breite Masse soll angesprochen werden – sonst springt ja dabei nichts raus. Der Kunde (oder Abonnent!) tritt in den Hintergrund. Eine gefährliche Mischung. Im einen Fall bringt das Training einfach nichts. Im schlimmsten Fall entstehen gesundheitliche Schäden. Beispiel: Die in allen Konzepten ganz offensichtlich integrieren Bauchmuskelübungen sind größtenteils für Mütter, die eben erst entbunden haben, absolut schädlich!

Dritter Punkt: Wer bucht solche Fitnessabos? In der Regel sind das Menschen mit einem langen Leidensweg oder zumindest Personen, die schnell und unbedingt abnehmen möchten. Eher Menschen, die nicht in ein Fitnesstudio gehen oder Zeit ihres Lebens Sport gemacht haben. Das heißt, es handelt sich um Kunden, die die Übungen nicht bereits kennen oder wissen, auf was sie achten müssen. Selbstverständlich kann es bei einem Online-Fitnessprogramm keine Korrektur, kein Feedback geben. Woher weiß der Trainierende, ob er die Übung richtig ausführt? Woher weißt er, ob die Intensität angemessen und zielführend ist? Der Effekt: das angestrebte Ziel wird in den meisten Fällen nicht erreicht.

Vorsicht bei Ernährungsplänen

Thema Ernährung: All diese Konzepte integrieren ein Ernährungsprogramm. Gegen eine gesunde Ernährung ist ja erstmal nichts einzuwenden. Aber auch hier sollte gelten: was möchte mein Kunde erreichen und welcher Ernährungsplan ist für ihn geeignet? Verträgt er überhaupt alle angebotenen Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel? Sind die vorgeschlagenen Mahlzeiten im Alltag umsetzbar? Beispiel: Jemand, der den ganzen Tag im Büro sitzt wird nicht dreimal frisch kochen. Eine Mehrfachmama, die die ganze Familie bekocht, wird sich nicht zusätzliche Mahlzeiten schnippeln.

Fazit: Egal für welches Training du dich entscheidest, es sollte zu dir passen.

Du musst die Möglichkeit haben, dich vor Trainingsbeginn bei dem Trainer über die Methodik zu informieren und den Trainer kennenzulernen. Der Trainer sollte persönlich für Fragen zur Verfügung stehen und dich vor, während und nach der Trainingsphase begleiten. Er sollte Ansprechparter und Motivator sein. Nichts kann diesen persönlichen Kontakt ersetzen. Und in einer Gruppe mit echten Mittrainierenden steigt die Motivation und nicht zuletzt entstehen hier sogar langjährige Freundschaften.

Fitte Grüße,
Rebecca

 

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