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Die Bauchlage: Babys erstes Training

Für viele Neugeborene ist die Bauchlage die angenehmste der Welt: Sie kommt der Haltung, die sie mehr als neun Monate lang im Bauch eingenommen haben, am nächsten. In der Bauchlage können sie sich richtig zusammen kuscheln und noch ein bisschen träumen.

Viele Eltern sind aber verunsichert und trauen sich nicht richtig, ihr Baby tagsüber auf den Bauch zu legen. Warum?1geburtshaltung

Die Bauchlage trainiert die Muskeln

Kinderärzte haben herausgefunden, dass die Rückenlage für ein schlafendes Baby am sichersten ist. Das Schlafen in Bauchlage gilt als großer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod. Anders ist das am Tag, wenn das Baby wach und munter ist: Dann sollte es regelmäßig auf dem Bauch liegen und seine Muskeln trainieren. „In meine Praxis kommen Kinder, die mit acht Monaten nur auf dem Rücken gelegen haben“, sagt die Physiotherapeutin Verena Doennig-Wagener, die in ihrer Praxis in Hagen ausschließlich Babys und Kleinkinder behandelt. Sie betont, wie wichtig die Bauchlage für die Entwicklung des Babys ist.

Die meisten Neugeborenen drehen in der Bauchlage automatisch den Kopf zur Seite, instinktiv wissen sie, dass sie so am besten Luft bekommen. Die nächste Übung ist schon schwerer: Den Kopf anheben, ihn gegen die Schwerkraft behaupten und oben halten. Nicht alle Babys üben das entspannt und diszipliniert. Manche finden die Bauchlage richtig doof und beschweren sich lautstark – Mama oder Papa sollten sie trotzdem zu ein paar Minuten Training überreden.

Nicht alle Babys liegen gerne auf dem Bauch

Mit Anregung und etwas Unterstützung geht das gleich viel leichter und das Baby schafft es, immer länger in der Bauchlage zu bleiben. Zum Beispiel auf Mamas Brust oder ihren Oberschenkeln.

Auch ein Handtuch, ein Kissen oder ein gerollter fitdankbaby®-Gurt unter Babys Brust machen die Bauchlage erträglicher und das Baby kann seinen Kopf besser halten. Auch gut: Etwas Druck auf den Po geben oder die Hände vorne stützen. Babys sind anspruchsvoll, sie wollen unterhalten werden – das gilt erst recht, wenn sie keine großen Fans der Bauchlage sind. Spannendes Spielzeug im Gesichtsfeld oder Krabbelverse auf dem Rücken – etwa die „Kleine Schnecke“ – sorgen für die nötige Unterhaltung.

Wenn einer den Rücken krabbelt, macht die Bauchlage gleich mehr Spaß

Wenn Mama den Rücken krabbelt, macht die Bauchlage mehr Spaß

Etwas größere Babys (sobald sie sich auf die geöffneten Hände stützen) finden dieses Bewegungsspiel toll:

Mama sitzt auf den Fersen, das Baby liegt in der Bauchlage auf ihren Oberschenkeln. Jetzt das Baby mit beiden Händen an seiner Brust stützen und nach vorne wandern lassen, bis die Babyhände Bodenkontakt haben. Das Baby soll die Arme durchstrecken und den Kopf heben. Wenn das gut klappt, das Baby immer weiter nach vorne bewegen. Dazu muss es den Rumpf oben halten. Später kann es auch nur noch an den Oberschenkeln gefasst werden.

Regelmäßiges „Training“ in der Bauchlage ist wichtig, denn nur so kräftigen die Kleinen  Nacken- und Rückenmuskulatur. Und das ist wichtig für die nächsten Entwicklungsschritte: Drehen, robben, krabbeln, laufen.  Auch einem flachen Hinterkopf kann man so vorbeugen.

Kampf gegen die Schwerkraft: Den Kopf oben halten

Kampf gegen die Schwerkraft: Den Kopf oben halten

Die nächsten Entwicklungsschritte: Kopf heben, Hände aufstützen

Mit abgeschlossenen drei Monaten können  Babys den Kopf heben und geradeaus schauen. Dabei stützen sie sich auf die Unterarme. Manche Babys pfeifen auf die Angaben aus Lehrbüchern und Entwicklungskalendern, sind entweder früher oder etwas später dran. Das sollte frisch gebackene Eltern nicht verunsichern: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Hallo Welt: Als nächstes stützt sich das Baby mit Händen oder Ellenbogen ab

Hallo Welt: Als nächstes stützt sich das Baby mit Händen oder Ellenbogen ab

Ist der Nacken stark und bleibt der Kopf oben, folgt der nächste Schritt: Das Baby stützt sich mit Ellenbogen und Händen ab. Mit etwa sechs Monaten kann es Arme und Beine von sich strecken und damit rudern. Die meisten bringen sich jetzt selbst von der Rücken- in die Bauchlage. Und sind nicht selten frustriert, wenn es mit dem Rückweg nicht auf Anhieb klappt. Aber auch das ist nur eine Frage der Zeit.

Der Vierfüßler: Vorstufe zum Krabbeln

Der Vierfüßler: Vorstufe zum Krabbeln

Auch für den folgenden Entwicklungsschritt ist die Bauchlage wichtig: Denn wenn Babys in den Vierfüßlerstand, ins Robben oder Krabbeln übergehen, tun sie das aus der Bauchlage heraus.

Tipps für einen sicheren Babyschlaf

Schlafen sollten sie allerdings ausschließlich auf dem Rücken: Am besten im Gitterbett neben dem Elternbett, ohne Decken, Kissen oder Kuscheltiere. Ein warmer Schlafsack reicht. Mehr Informationen zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods gibt es auf dieser Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fitte Grüße,
Nadja