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Anett Drechsel: Preisgekrönte fitdankbaby-Trainerin

Anett Drechsel aus Chemnitz ist seit 2011 fitdankbaby®-Trainerin und mit ihrem Unternehmen MamiinForm erfolgreich. Im Januar 2016 hat sie den mit 5000 Euro dotierten  sächsischen Gründerinnenpreis gewonnen. Wir haben mit ihr gesprochen.

Wie ist MamiinForm entstanden?

Angefangen hat  alles mit fitdankbaby®. Zu diesem  Konzept dazu habe ich dann noch andere Kurse angeboten und entwickelt – ich wollte die Mamas gerne länger behalten. Schon recht bald gab es zum Beispiel auch das Buggy-Workout, einen Kurs für Schwangere und MamiFit, mittlerweile biete ich auch Kinderturnen, Zumba und Yoga an. MamiinForm hat das größte Angebot dieser Art in der Region Chemnitz, es gibt kein anderes Zentrum für Mütter.

Wie bist du auf fitdankbaby® gestoßen?

Nach dem Studium –ich habe Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssport auf Bachelor hier in Chemnitz studiert – musste ich mir darüber klar werden, wie es weiter geht und habe ganz einfach online recherchiert.  Ich weiß nicht mehr, was ich im Internet eingegeben habe, aber ich bin sehr schnell auf der Seite von fitdankbaby® gelandet. Das Konzept fand ich auf Anhieb toll, es ging mir gar nicht mehr aus dem Kopf und ein paar Tage später habe ich mich für die Ausbildung angemeldet. Ich wusste damals noch gar nicht , was ich genau damit anfangen würde. Aber mein Bauchgefühl war ganz klar: Mach das – und das war richtig so.

Anett Drechsel Preisgekrönte fitdankbaby-Trainerin1

War die Selbständigkeit schon immer ein Ziel für dich?

Das war vorher für mich nie ein Thema. Aber ich wollte nicht im Fitness-Studio arbeiten oder im Reha-Bereich. Dann war relativ schnell klar, dass ich etwas eigenes machen werde. Ich wollte schon immer gern mit Kindern und Babys arbeiten und habe mich in diesem Bereich gesehen. Nach dem Studium habe ich 2011  ein Existenzgründerseminar besucht, einen Businessplan geschrieben, mir alles durchgerechnet. Vor kurzem habe ich mir den Businessplan sogar noch mal angeschaut – schon lustig, was ich mir damals vorgestellt habe und was schließlich daraus entstanden ist.

Klaffen die Vorstellung von damals und die Realität heute weit auseinander?

Schon, im positiven Sinn! Damals habe ich nicht mit so vielen Kursen gerechnet, auch nicht damit, dass ich mal so viele Kursleiter beschäftige. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, selbst ein Studio zu haben, aber die Idee dazu kam dann sehr schnell. Am Anfang habe ich mich dort eingemietet, wo ich Kurse gegeben habe, Matten und fitdankbaby®-Gurte hatte ich immer im Auto dabei.

An welchem Punkt hast du beschlossen, selbst Räume anzumieten?

Ich wollte zeitlich unabhängig sein und vor allem: Einen Ort anbieten, an dem sich die Mamas wohl fühlen. Wo sie ankommen, noch gemütlich sitzen und ihre Babys stillen. Mir ist diese entspannte  Atmosphäre wichtig, und das habe ich anderswo nicht gefunden. Schöne Räume waren oft viel zu klein für die Kurse, große nicht so gemütlich. Allein die Tatsache, dass ich mein Angebot immer wieder erweitert habe,  machte eigene Räume nötig, etwa für die Kinderkurse. Etwa zwei Jahre nach dem Beginn meiner Selbständigkeit habe ich angefangen, etwas eigenes zu suchen und habe auch schnell etwas Passendes gefunden. Seitdem gibt es MamiinForm hier an der Zschopauer Straße auf insgesamt 200 Quadratmetern: Zwei Kursräume, Toilette und Dusche und einen gemütlichen Aufenthaltsraum mit kleiner Küche und Sitzecke.

Wie viele Mamas kommen in der Woche?

Insgesamt sind es ungefähr 350, die Außenstellen auf dem Land mitgerechnet – dort bieten wir aber nur fitdankbaby®-Kurse an, zum Beispiel in Hartmannsdorf, Grüna, Annaberg-Buchholz, Freiberg, Flöha und Schwarzenberg.

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Wann kamen die ersten Mitarbeiterinnen dazu?

Auch das ging relativ schnell, weil ich mir zügig Gebiete für fitdankbaby® dazu geholt habe – und weil ich Ende 2013 selbst schwanger wurde. Es war klar, dass ich Unterstützung für die letzte Phase der Schwangerschaft und nach der Geburt brauche. Insgesamt beschäftige ich acht Kursleiterinnen.

Du bist selbst Mama – wie lassen sich Selbständigkeit und Familie vereinbaren?

Sehr gut! Ich kann es mir nicht anders vorstellen, ich liebe das selbstbestimmte Arbeiten! Klar, manchmal habe ich abends keine Lust, mich noch einmal an den Schreibtisch zu setzen, wenn meine Tochter endlich schläft. Aber ich habe die Selbständigkeit noch nie bereut.

Wie kam es, dass du dich für den Preis beworben hast?

Ich wurde vorgeschlagen – von dem Unternehmensberater, bei dem ich das Existenzgründerseminar gemacht habe. Damals war er skeptisch, als er von meiner Idee hörte. Jetzt findet er es natürlich super, wie das Unternehmen gewachsen ist. Und dann hat er mich für den Preis vorgeschlagen.

Steckst du das Preisgeld gleich in dein Unternehmen?

Einen Teil auf jeden Fall. Ich habe eine neue Musikanlage gekauft, Equipment für die Kinderkurse, einen neuen Rechner für mich. Der Rest wird zur Seite gepackt.

Was für Pläne hast du für die Zukunft?

Ich habe da schon einige Ideen im Kopf. Die untere Etage des Studios steht noch leer, müsste renoviert werden – noch einmal 200 Quadratmeter. Ein Therapiebecken dort wäre toll, dann könnten wir fitdankbaby® AQUA anbieten oder Babyschwimmen. Oder ein Café, in dem sich die Mamas treffen können, dazu ein weiterer Kursraum. MamiinForm soll einfach die Anlaufstelle für Mamis und Babys in Chemnitz werden.

Fitte Grüße,
Nadja

Alle Fotos: Vanilla Colours

 

Rebecca mit ihren Kindern

Mama und Unternehmerin: fitdankbaby® -Gründerin Rebecca erzählt

Die besten Ideen entstehen aus der Situation heraus. Und sie wachsen langsam. Meine Firma bezeichne ich gerne als mein drittes Baby, vor allem, weil sie mittlerweile zur Familiensache geworden ist. Auch mein Mann ist heute zu 100 Prozent  fitdankbaby® -Geschäftsführer. Und hier schreibe ich über die Geburt unserer kleinen Geschäftsidee.

2007 war ein tolles Jahr – wir durften unseren Sohn Jonathan in den Armen halten. Es war ein Julitag. Gewitternacht. Glücklicherweise gleich Sommerferien, so dass ich den verdienten Mutterschutz genießen konnte, denn im Herbst warteten schon wieder meine Tanz- und Fitnesskunden (ich war bereits als Trainerin für Kinder und Erwachsene tätig). Aber bis dahin genoss ich die Zeit und begleitete meinen Mann auf eine Geschäftsreise nach Berlin. Im Hotel dort lachte mich mein Sohn das erste Mal so richtig an. Und zwar, als ich ihn auf meinen Beinen schaukelte. Das mussten wir am Abend gleich dem Papa zeigen. Wir probierten noch ein paar andere „Übungen“ aus und entdecken bald, dass diese auch anstrengend waren. Zurück in Augsburg begleitete mich Jonathan in meine Kurse – ich konnte und wollte ihn so früh noch nicht abgeben. Er war eben ein typisches Studiobaby. Meistens friedlich, wenn Musik lief und fröhlich, wenn er mitturnen durfte. Die Kursteilnehmer (viele von ihnen hatten selbst kleine Kinder zuhause) meinten, es wäre ein super Sache, wenn alle ihre Kinder mitbringen könnten. Und so entstand die Idee vom Mama-Baby-Fitnesskonzept. Eine Probestunde mit ein paar Mamas wurde durchgeführt und die Resonanz war durchweg positiv.

Ich bin aber nun niemand, der mal eben schnell was auf den Markt wirft. Das Ganze brauchte Hand und Fuß. Also habe ich erstmal selbst ein paar Weiterbildungen gemacht (Beckenboden, postnatales Training, Babyfitness) und mich mit einer Baby-Physiotherapeutin zusammengesetzt, um ein richtiges und sicheres Konzept zu entwerfen:  fitdankbaby® . Der Name entstand übrigens nach unzähligen Mind Maps und nächtlichem Hochschrecken.

„Das ist es!“ – so muss sich das anfühlen.

Zwei Jahre lang sind die  fitdankbaby® -Kurse in Augsburg bestens gelaufen. Und schließlich reisten Freunde und Bekannte auch von weiter weg extra an, um den Kurs zu besuchen, da es nichts Vergleichbares in ihrem Ort gab. In München zum Beispiel. Schnell tauchte die Frage auf: „Kann ich das nicht in München anbieten?“ Ich war sofort dabei. Dass ich nicht weiter studieren wollte, war schon länger klar – im Fitnessbereich fühlte ich mich zuhause und mein Mann stand voll hinter mir. Es hat trotzdem noch fast ein weiteres Jahr gedauert, bis das erste Ausbildungsseminar stattfinden konnte. Die Marke wurde angemeldet. Die ersten Marketingvorlagen habe ich selbst erstellt (im früheren Leben war ich Mediengestalterin). Für Lizenzverträge habe ich mir Expertenrat geholt. Das Ausbildungskonzept war von Anfang an durchdacht und erprobt, das Skript dazu hat 100 Seiten, war aber verhältnismäßig schnell zu Papier gebracht. Die Seminarteilnehmer standen ja schon in der Warteschlange.

Am längsten gedauert hat die Entwicklung des Gurtes.

Wie ich überhaupt auf den Gurt gekommen sei, der heute ein so wichtiges Abgrenzungsmerkmal ist – das werde ich auch oft gefragt. Mir war irgendwie von Anfang an klar, dass  fitdankbaby®  etwas braucht, das zum einen für die Sicherheit der Babys während der Übungen sorgt und zum anderen das Konzept unterstützt. Ich habe lange nach passenden Möglichkeiten gesucht, bin aber nicht fündig geworden, so dass ich mir schließlich eine Produktionsfirma gesucht habe, die den Gurt vom Material bis zur Veredelung komplett nach meinen Vorgaben fertigt. Als ich das fertige Produkt zum ersten Test endlich in den Händen hielten, wusste ich, dass ich angekommen war. Der Gurt fühlte sich toll an und erfüllte viel mehr als den ursprünglichen Sicherheitsaspekt. Mit ihm lassen sich vielfältige Übungen machen – noch heute entstehen ständig neue.

Seitdem ist  fitdankbaby®  stetig gewachsen. Ich freue mich, dass ich scheinbar von Anfang an vieles intuitiv richtig gemacht habe und ohne Fremdkapital ausgekommen bin. Mittlerweile gebe ich selbst keine Kurse mehr und auch die Trainerausbildung überlasse ich einem tollen kleinen Team. Diese Aufgaben nach und nach abzugeben fiel mir anfangs sehr schwer. Gleichzeitig wusste ich, dass neue Aufgaben auf mich warteten. Mit vielen habe ich gar nicht gerechnet. In die meisten Aufgaben wächst man hinein, einige fallen schwer, andere sind total mein Ding. Für alles andere habe ich meinen Mann und Geschäftspartner, der glücklicherweise genau das mag und kann, was ich nicht mag und kann. Wie es ist, wenn man sich mit seinem Mann eine Firma und das Büro teilt, verrate ich Euch gerne ein andermal.

Fitte Grüße,
Rebecca